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  • - A

    wie "abbrustulaturo" (Kaffeeröster). 30-60 cm lange Trommel mit einer Kurbel auf der einen Seiten und einem Stift auf der anderen zur Befestigung an einem Metallgehäuse, dessen Unterseite über ein Gitter für die Glut verfügt. Viele Familien verwendeten dieses Gerät, um ihren Kaffee selbst zu rösten, da Rohkaffee weniger kostete. Der Schauspieler und Autor Eduardo De Filippo erzählt, wie die Balkone in den Gassen Neapels während des Röstens ein durchdringendes, köstliches, unwiderstehliches Kaffeearoma ausströmten.

  • - B

    wie Brasilien. Dieses Land ist bis heute der weltweit größte Produzent von Kaffee. Die Geschichte nahm im Jahr 1727 (anderen zufolge 1735) ihren Anfang, als es Francisco de Mello Palheta gelang, vom französischen Gouverneur in Cayenne einige Kaffeesamen zu erhalten. Andere, ausführlichere Quellen behaupten, dass sie ein Geschenk der Frau des Gouverneurs als Belohnung für seine Liebesdienste waren.

  • - C

    wie "ciofeca". (Schmutzwasser). Die unvergessliche Bezeichnung, die der berühmte Schauspieler Totò im Film "I due marescialli" (Die beiden Feldwebel) (1962) einem widerlichen Kaffee gab: "Dies ist Schmutzwasser: kein Kaffee, sondern Schmutzwasser. Dann sagt es halt, dass es Schmutzwasser ist! Und nennt euch nicht "Sport Kaffeebar", sondern "Sport Schmutzwasserbar".

  • - D

    wie "De Plantis Aegypti". Aus dem Jahr 1592 stammendes Werk von Prospero Alpini, einem Botaniker und Arzt aus Padua, der sich im Gefolge des Konsuls von Venedig einige Zeit in Ägypten aufhielt, sich mit dem Thema Kaffee beschäftigte und einige Säcke davon in die Heimat mitbrachte. Kaffee wurde jedoch damals nur für therapeutische Zwecke verwendet und nur in der Apotheke verkauft.

  • - E

    wie espresso. Der typische italienische Kaffee, der wegen seines unverwechselbaren Geschmacks auf der ganzen Welt berühmt ist. Die Espressomaschine, so wie wir sie heute von Cafés kennen, wurde 1946 von Achille Gaggia erfunden. Die Espressozubereitung hat sich angeblich ein Neapolitaner ausgedacht, dem die Zubereitung mit seinem Kaffeekännchen zu lange dauerte und der sich von einem Ingenieur aus Mailand eine persönliche Maschine bauen ließ. Der Prototyp einer Espressomaschine wurde 1855 auf der Weltausstellung in Paris präsentiert.

  • - F

    wie Finnen. Das ‘Volk der Rentiere’ ist mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich 11,6 kg Kaffee, das heißt fast einem Kilo pro Kopf und Monat, der weltweit größte Kaffeekonsument. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass in allen nördlichen Ländern fast ausschließlich leichter Filterkaffee getrunken wird, der als durststillendes Getränk den ganzen Tag über, auch während des Essens, konsumiert wird.

  • - G

    wie Gabriel de Clieu, ein Offizier der französischen Marine, der 1720 mit zwei Kaffeepflanzen in die Karibik auslief, von denen jedoch nur eine überlebte und die französische Kolonie Martinique erreichte. Es wird erzählt, dass er während der Überfahrt sein Wasser und das der Besatzung rationierte, um seine kostbaren Pflänzchen ausreichend gießen zu können. Von dort verbreitete sich die Pflanze in den folgenden Jahrzehnten rasch in ganz Mittelamerika: Haiti, Guadalupe, Jamaika, Kuba und Puerto Rico.

  • - H

    wie Honoré de Balzac. "Niemand wagt, seinen Gewohnheiten Adieu zu sagen. Mehr als ein Selbstmörder hielt an der Schwelle zum Tode inne und gedachte des Cafés, wo er jeden Abend Domino spielte".

  • - I

    wie ibrik. Metallkännchen, das von den Türken für die Kaffeezubereitung verwendet wird. Darin werden Wasser und sehr fein gemahlener Kaffee bei kleiner Flamme zum Kochen gebracht. Sobald Schaum nach oben steigt, wird das Kännchen von der Kochstelle genommen. Dieser Vorgang wird zwei oder drei Mal wiederholt. Dann lässt man den Kaffee einige Minuten im Kännchen ruhen, bevor er heiß und ungefiltert in henkellosen kleinen Tassen serviert wird.

  • - J

    wie Johann Sebastian Bach. Der große deutsche Komponist und Musiker (1685-1750) widmete dem Kaffee eine Komposition - die Kaffeekantate. Das Kaffeehaus Zimmermann in Leipzig war einer der bevorzugten Orte für Gelegenheitsmusik, insbesondere Instrumentalmusik. Die Konzerte fanden im Sommer am späten Nachmittag im Freien und im Winter zwischen 8 und 10 Uhr abends statt. Bach leitete das aus etwa 40 Studenten bestehende Orchester zwischen 1729 und 1737 und zwischen 1739 und 1744.

  • - K

    wie Kaffa. Region im Süden Äthiopiens, die als Ursprung der Kaffeepflanze gilt und wo auch heute noch wild Kaffee wächst. Sie gehörte wahrscheinlich zur großen Anzahl von Heilpflanzen, die für die traditionelle Medizin verwendet wurden. Einigen Quellen zufolge waren es die Abessinier, die die Pflanze in den Jemen brachten, als sie gegen Ende des 6. Jahrhunderts n.Chr. jene Gebiete besetzten.

  • - L

    wie Ludwig XV.. Die Leidenschaft des Königs von Frankreich für den Kaffee war so groß, dass er sich, nachdem er den Anbau in den Gewächshäusern von Versailles angeordnet hatte, daran erfreute, die Pflanzen persönlich zu pflegen, deren Früchte zu ernten, zu trocknen und zu rösten. Madame Du Barry, die Lieblingsfrau des Königs, ließ sich im Morgenrock in ihrem Alkoven porträtieren, daneben ein Page, der ihr gerade eine Tasse dunklen Kaffees reicht. Der Abdruck dieser Szene ist in der Nationalbibliothek in Paris aufbewahrt.

  • - M

    wie macchia (Fleck). Was kann man gegen die gefürchteten, heimtückischen Kaffeeflecken tun? Hier einige nützliche Ratschläge: Baumwolle, Wolle und Seide sofort mit kaltem Wasser befeuchten und in lauwarmem Wasser waschen. Samt mit Mineralwasser abtupfen. Teppiche mit Ammoniak behandeln, dann mit heißem Wasser und einigen Tropfen Ammoniak abreiben.

  • - N

    wie Naironi, Antonio Fausto. Maronitischer Mönch, der 1671 eine Abhandlung über die Geschichte des Kaffees mit dem Titel De saluberrima potione schrieb. Diese enthält die folgende Erzählung: In der Nähe eines Klosters im Jemen beobachtete ein Hirte, der die den Mönchen gehörenden Ziegen hütete, wie diese unruhig wurden und sich hektisch bewegten, nachdem sie einige Beeren eines Strauchs abgegrast hatten. Er beschloss, die Beeren zu sammeln und sie den Mönchen zu bringen, aber diese glaubten ihm nicht und jagten ihn fort. Die Beeren wurden ins Feuer geworfen, verströmten aber, nachdem sie geröstet waren, ein angenehmes, intensives Aroma. So versuchten die Mönche die Beeren zu retten und tauchten sie noch heiß in Wasser. Das Wasser färbte sich braun und duftete so sehr, dass ein Mönch es kostete und jenes unbekannte Getränk entdeckte, das nicht nur gut schmeckte, sondern auch "Körper und Geist" stärkte.

  • - O

    wie "oro verde" ("grünes Gold"). Kaffee nimmt einen der ersten Plätze im Welthandel mit Rohstoffen ein, hinter Erdöl und zusammen mit Stahl und Getreide. Kaffee ist ein Sektor mit stabiler Nachfrage und insgesamt beständigem Ertrag. Jedes Jahr werden ca. 6 Millionen metrische Tonnen Kaffee geerntet. Die Gesamtproduktion hat sich im letzten Jahrzehnt auf etwa hundert Millionen Säcke eingependelt. Kaffee wird in Säcken gehandelt: Die Maßeinheit Sack wiegt 60 kg.

  • - P

    wie pittori (Maler). Viele große Künstler haben auf der Leinwand Szenen verewigt, die mit dem Genuss von Kaffee und den dazu gehörenden Orten in Verbindung stehen. Darunter E.Degas (L’Absinthe), V. Van Gogh (Outdoor Café), H. Toulose Lautrec (Monsieur Boileau al Caffè), P. Cezanne (Frau mit Kaffeekanne), C. Monet (Frühstück im Grünen), H. Matisse (Luxe, calme, volupté), E. Hopper (Nighthawks), J. Gris (Das Frühstück), P. Picasso (Tasse, Glas und Kaffeekanne), F. Botero (Stillleben mit heißem Kaffee).

  • - Q

    wie qahwa. So heißt Kaffee auf Arabisch. Es waren die Araber, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts damit begannen, Kaffeebohnen zu rösten, zu mahlen und das Pulver mit heißem Wasser zu vermischen, um ein durststillendes, stärkendes Getränk zu erhalten.

  • - R

    wie rivista (Zeitschrift). "Il Caffè" ist der Titel der ersten, italienischen Zeitschrift, die 1764 von einer Gruppe berühmter, lombardischer Anhänger der Aufklärung in Mailand gegründet wurde: Pietro und Alessandro Verri, Cesare Beccaria und anderen Mitgliedern der "Accademia dei Pugni". Als Ursprung Diskussionen an den Tischen eines Kaffeehauses vorgebend, wurden in der Wochenzeitschrift unterschiedlichste Themen behandelt, von Wissenschaft, Kunst und Philosophie bis hin zum Gesellschaftsleben.

  • - S

    wie "sospeso" (ausstehend). Ein Brauch, der die mitfühlende Haltung der Neapolitaner armen Leuten gegenüber sehr gut symbolisiert, ist jener des ‘ausstehenden Kaffees’. Er besteht darin, im Café einen bereits bezahlten – eben ausstehenden – Kaffee zu hinterlassen, den sich weniger Wohlhabende kostenlos servieren lassen können.

  • - T

    wie Taktacalah. Ein Viertel in Konstantinopel, in dem zwei Händler im Jahr 1554 der christlichen Zeitrechnung, während der Herrschaft des Sultans Süleyman II.des Großen, jeweils ihr eigenes Kaffeehaus gründeten, das Kahveh-Kanes genannt wurde. Es handelt sich um die allerersten Cafés, die bekannt sind. Entlang den Wänden der prächtig dekorierten Räume befanden sich mit weichen Kissen und Seide in schillernden Farben bedeckte Podeste. In einer Ecke des Raums stand eine große Kaffeekanne auf einem Kocher, so dass das Getränk immer verfügbar war. Eine Gruppe von Musikern sorgte mit Flöten und Tamburin für eine freudige Atmosphäre. Sinnliche Tänzerinnen mit nacktem Bauch und Schlangenbeschwörerinnen unterhielten das Publikum, das diese Kaffeehäuser immer zahlreicher aufsuchte.

  • - U

    wie "Un viaggio nei paesi d’Oriente" (Reise in den Orient). In dem 1582 in Frankfurt herausgegebenen Buch berichtet der Augsburger Arzt Leonhard Rauwolf von seiner abenteuerlichen Reise, die er zwischen 1573 und 1578 unternahm. Dort ist unter anderem folgendes zu lesen: "...sie haben ein Getränk, das schwarz wie Tinte und sehr beliebt ist und das sie Chaubé nennen. Es wird aus den Früchten einer Pflanze hergestellt, der sie den Namen Bunnu gegeben haben..."

  • - V

    wie Voltaire. Die berühmten Anhänger der Aufklärung gelten als leidenschaftliche Kaffeetrinker, allen voran Voltaire, der etwa dreißig Tassen am Tag getrunken haben soll.

  • - W

    wie Witten, Nikolaus. Schlauer, unternehmungslustiger Händler aus Holland, der den ersten kühnen Diebstahl einiger Kaffeepflanzen organisierte, die er 1690 in Mocha, im Jemen, heimlich entwendete und in Batavia (heute Jakarta, Insel Java) einpflanzte. Zu jener Zeit war es strengstens verboten, Pflanzen auszuführen, so wie es auch bei den Seidenraupen aus China der Fall gewesen war. Kaffee musste zum Preis der Araber gekauft werden, die die Samen vor dem Verkauf kochten oder leicht anrösteten, um das Auskeimen zu verhindern.

  • - Y

    wie Yemen (Jemen). Laut neuerer Forschungen soll die Kaffeepflanze (Coffea Arabica) aus dem Jemen stammen. Dokumente belegen, dass sie bereits um das 7. Jahrhundert n. Chr. in diesem Gebiet existierte. Die Jemeniten hüteten die kostbare Kaffeepflanze sehr eifersüchtig, da ihr Land aber ständig von Tausenden von Mekka-Pilgern durchquert wurde, war es vorhersehbar, dass das Monopol früher oder später zwangsläufig in fremde Hände fallen würde.

  • - Z

    wie zar. Der russische Zar Peter der Große, bei dem Berichte über die Kaffeepflanze große Neugierde geweckt hatten, begab sich eigens in den botanischen Garten von Leipzig, um sie mit eigenen Augen zu sehen. Diese Pflanze war ein freundliches Geschenk des Bürgermeisters von Amsterdam und sie war wiederum der Schössling der Pflanze, die der Gouverneur Van Horn persönlich aus Java mitgebracht und erfolgreich in den botanischen Garten der holländischen Hauptstadt verpflanzt hatte.